Tauftisch, liturgischer Tisch und Lesepult

Erläutert von Kirchenführerin Erika Wirth

Tauftisch

Heinz Heiber, 1956/57 – Aufstellung 1962, Einweihung Ostern 1963 – Bronzeguss Fa. Priessmann, Bauer & Co., München.

Über die Jahrhunderte wurde in unterschiedlichen Taufbecken und an unterschiedlichen Stellen getauft. Nach dem 2. Weltkrieg wollte die Gemeinde wieder eine zentrale Taufmöglichkeit haben und entschied sich für einen modernen Tauftisch von Heinz Heiber, denn auch die Menschen des 20. Jahrhunderts wollten ihrem Glauben konkreten Ausdruck verleihen und zeigen, was ihnen wichtig ist.

Ostern 1963 konnte der Tauftisch geweiht werden. Das Taufbecken ist nicht mehr achteckig, wie es die Taufbecken früher häufig waren. Auch das Material ist nicht wie oft Stein, sondern Bronze.

Der Tauftisch thematisiert den Durchzug des Volkes Israels durchs Rote Meer. Ganz am Rand sind die Wellen zu erkennen. Durch sie wanderte das Volk Israel einem neuen Leben zu, Kopf und Hände der Mitte zugewandt. In der Mitte des Deckels, unter dem sich das Taufwasser verbirgt, sehen wir Jesus Christus. Auch er hält die Hände nach oben, vielleicht zum Segnen. An den Füßen und Händen sind die Wundmale des Auferstandenen zu erkennen. So wie Jesus durch den Tod hindurchgegangen und auferstanden ist, so sollen die Christen durch die Taufe zu einem neuen Leben kommen.

Neben den Menschen, die sich mit ausgestreckten Armen dem Neuen zuwenden, sind auch Menschen, die das nicht tun. Wenn man genau hinschaut, kann man bei manchen sehen, dass ihre Hände sogar in Ketten liegen. Sie halten fest am Alten.

Alltag für die Menschen zur Zeit des Volkes Israels, in den 1960er Jahren und auch heute: Loslassen, sich auf Neues einlassen ohne zu wissen, was genau kommt. Für Christen gut zu wissen, dass sie den Weg nicht alleine gehen, sondern im Vertrauen auf Gott.

Liturgischer Tisch

Nah zum Tauftisch finden sich mit dem Abendmahlstisch und der Plastik „Christus mitten unter uns“ von 1967 weitere Werke Heinz Heibers. Der liturgische Tisch befindet sich im Zentrum der Kirche. Von allen Seiten kann auf ihn geblickt werden, genauso wie die Plastik von allen Seiten anzuschauen ist. Auch hier ist Christus als Auferstandener in der Mitte und auch hier breitet er seine Hände zum Segen aus über die Menschen um ihn herum. Er ist für alle da: die Lebenden und die Toten. Jesus in der Mitte der Gemeinde.

Neben Taufe und Abendmahl hat das Wort einen zentralen Stellenwert. Deshalb finden Sie hier – typisch für eine evangelische Kirche – auch eine Bibel. Blättern Sie ruhig darin.

Lesepult

Der Predigt dient auch der Ambo (Lesepult) aus der Werkstatt Stefan Vogels von 2016. Vom Material her gleicht sich Vogel dem Abendmahlstisch an, und bei der Durchlässigkeit hat er sich am gotischen Hallenchor orientiert. Der Ambo strebt mit einzelnen Pfeilern nach oben, ist schlank und lässt das Licht herein. Dezent ist das goldene Kreuz erkennbar.

So finden sich die liturgischen Elemente, die dem evangelischen Glauben wichtig sind: Taufe, Abendmahl und Wort zusammen und zentral mitten in der Kirche. Eine stimmige Einheit ist entstanden.

Haben Ihnen die Werke Heinz Heibers zugesagt? Dann werfen Sie doch auch einen Blick auf die Türen draußen am Westportal.