Die Legende des St. Laurentius

Laurentius war einer der sieben Diakone der Christengemeinde in der Stadt Rom, also für die Finanzen und die Sozialarbeit der Kirche von Rom zuständig. Als der römische Bischof Sixtus II. unter dem Christenverfolger Valerian festgenommen und enthauptet wurde, war sein junger Diakon Laurentius der Überlieferung nach verzweifelt, dass er nicht wert erachtet wurde, denselben Tod zu teilen. Vor seinem Tod tröstete Sixtus Laurentius mit der Verheißung, dass er ihm in drei Tagen nachfolgen werde.

Kaiser Valerian erhob Anspruch auf den Kirchenschatz. Um Laurentius zur Herausgabe zu zwingen, wurde er mehrfach gegeißelt. Aber Laurentius erbat sich drei Tage Bedenkzeit. Während dieser Frist verteilte er die Güter aus dem Kirchenschatz an die Armen und Schwachen Roms und präsentierte dann dem Kaiser diese Armen mit den Worten: „Dies sind die wahren Schätze der Kirche.“

Der erboste Valerian ließ Laurentius mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen, versuchte vergeblich ihn zum heidnischen Opferdienst zu zwingen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern.

Selbst in diesen Qualen bewahrte sich Laurentius der Legende nach seinen Humor und neckte den Henker, er solle ihn auf dem Feuer wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar.

Sein Kerkermeister Hippolytus – durch die Standhaftigkeit des Laurentius bekehrt – begrub ihn.

Die Krypta der Kirche San Lorenzo fuori le mura, eine der sieben Pilgerkirchen Roms, birgt den antiken Sarkophag mit den Gebeinen des Heiligen Laurentius, der wahrscheinlich am 10. August 258 nach Christus hingerichtet wurde. Die Basilika wurde im Jahr 330, also etwa 70 Jahre nach dem Märtyrertod des Laurentius von Kaiser Konstantin über diesem Grab errichtet.
In der abendländischen wie orientalischen Kirche ist er unter den zahllosen Märtyrern der am meisten verehrte. Verbürgt ist, dass er Diakon war und offensichtlich ein Herz für die Armen hatte. Meistens sieht man ihn in der traditionellen Amtstracht der Diakone.

Der Rost, den er auf fast allen Darstellungen in seiner Hand hält, ist das Attribut dieses Heiligen, daran lässt er sich leicht identifizieren.
Schon bald nach seinem Tod wurde das Fest des Märtyrers immer an seinem Todestag gefeiert. In der römischen Liturgie ist es nach dem Fest Peter und Paul das größte Fest. Auch das Kirchweihfest in St. Lorenz findet immer an dem Sonntag in der Nähe des 10. August statt.

Im Jahr 2008 hat die Kirchengemeinde St. Lorenz ein ganzes Jahr lang in verschiedenen Gottesdiensten, Konzerten, Kirchenführungen und weiteren Veranstaltungen an den 1750. Todestag ihres Heiligen erinnert. 

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